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by Andreas Bernstein

DAX-Wochenstart ohne Wall Street Impulse

Freitag mit panikartigen Zügen

Der Freitagmorgen stand noch im Zeichen einer Erholung. Positive US-Futures und ein morgendlicher Test der Donnerstag-Tiefs hatten für den DAX erst einmal eine Bodenbildung eingeleitet, die sich dann am Vormittag in erneut steigenden Kursen äußerte. Bis genau 13.127 Punkte reichte diese - dem Hoch vom 1. September. Ab hier drehte erneut das Sentiment, vor allem in Erwartung der US-Arbeitsmarktdaten, welche am frühen Nachmittag kamen.

Mit einer Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent fiel diese im August von 10,2 Prozent im Vormonat sehr deutlich, dennoch sind weiterhin 29 Millionen Menschen seit Corona auf der Suche nach einer Erwerbstätigkeit, was insgesamt für die Wirtschaft belastend ist. Entsprechend unsicher war die erste Reaktion am Markt. Nach Eröffnung der Wall Street macht der US-Markt jedoch dort weiter, wo wir am Donnerstag endeten, mit Veraufsdruck.

Vor allem der Nasdaq fiel erneut bis zu 5 Prozent und zog damit auch weitere Aktien nach unten. Im DAX hielt zunächst noch die 13.000 danach kurz das Tagestief und binnen weniger Minuten im kurzfristigen Bereich dann nichts mehr. Im Tief erreichte er die 12.753 und damit recht genau das alte GAP aus Mitte August vor dem Ausbruch aus der Seitwärts-Range:

DAX-Rücklauf am Freitag

Die leichte Erholung nach dem GAP-close reichte nicht mehr aus, um die 13.000er-Marke für den Handelstag zurück zu erobern. So bleib es beim zweiten Minustag in Folge und ab dem Hoch am Donnerstag bei Abschlägen von rund 700 Punkten als Handelsspanne. Hält man sich diese Zahl vor Augen, war die Bewegung ab Donnerstag fast schon panikartik.

Folgende Tagesparameter zeigte der XETRA-Handelstag auf:

Eröffnung

12.916,12PKT

Tageshoch

13.127,08PKT

Tagestief

12.753,69PKT

Vortageskurs

13.057,77PKT

 

An der Wall Street setzte am Abend ein kleines Reversal ein, was zumindest den Dow Jones zwischenzeitlich noch einmal in die Pluszone brachte. Davon bekam der DAX nachbörslich ein wenig mit, notierte jedoch auch am Abend weiter unter der 13.000er-Marke.

Welche Ideen ergeben sich daraus für den Start in die neue Woche?

DAX-Ideen zum Wochenstart

Im großen Chartbild ist deutlich zu sehen, dass der DAX technisch nicht einfach zu handeln ist. Vor allem die Bullenfalle am Donnerstag, als sich ein Ausbruch über 13.310 andeutete, war ein klassisches Fehlsignal. Gilt diese Bezeichnung ebenso für den Dip auf der Unterseite am Freitag?

Fehlsignale im DAX?

Kurzfristiger ist der Abwärtstrend auf XETRA jedenfalls intakt und trifft mit 12.920 Punkten auf eine spannende horizontale Linie:

DAX-Szenario XETRA-Handel

Steigt der Markt hierbei zum Wochenstart direkt über die 12.920 und bricht auch den Abwärtstrend, wäre eine Erholung in meinen Augen das favorisierte erste Szenario im Trading. Die 13.020 weiter 13.060 und ggf. auch die 13.127 als Hoch vom Freitag sind entsprechende Erholungsziele.

Steuern wir erneut auf die 12.750 zu und brechen diese, so gilt meine Orientierung der aus August bekannten Range mit einem Kursziel auf der Unterseite von 12.520 Punkten:

Range im DAX aus August

Vorbörslich notieren wir nahe des skizzierten Erholungs-Levels bei 12.920 Punkten und haben damit ein wenig den US-Handel vom Freitag eingepreist. Legt man hierbei noch entsprechende Trendlinien an, wird der Handel an dieser Marke gleich sehr spannend:

DAX-Vorbörse spitzt sich zu

Wir können trotz der technischen Spannung im Chartbild heute nicht auf die Wall Street zählen, da ein US-Feiertag angesetzt ist. Die Futures sind zwar zu beobachten, geben aber an solchen Tagen oftmals verwirrende Signale. Von daher gilt es aus meiner Sicht eher auf den kurzfristigen Zeitebenen aktiv zu werden.

Wirtschaftstermine zum Wochenstart

Trotz US-Feiertag gibt es entsprechende Wirtschaftstermine, vornehmlich somit aus Europa. Direkt 8.00 Uhr wird die Industrieproduktion aus Deutschland erwartet und die 10.30 Uhr dann das Sentix Investorenvertrauen aus der EU.


Viel Erfolg und einen tollen Start in die neue B
örsenwoche wünscht Ihnen Andreas Bernstein (Bernecker1977)

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Analyse geschrieben von Marcus Klebe, Marktanalyst für JFD – Just FAIR and DIRECT

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