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by Andreas Bernstein

Trotz DAX-Flatline weitere Aufschläge

Börsenausfall „bewegte“ die Marktteilnehmer

Nach einem starken Start mit erneutem GAP konnte sich der DAX erst einmal wieder seinem 22.00 Uhr-Schlussniveau vom Ende der Vor-Osterwoche annähern. Danach folgte ein historischer Ausfall, den es an der Deutschen Börse bisher sehr selten gab. Mehr als 4 Stunden kamen keine Kurse zustande und damit auch kein Handel am größten Umsatzort von Deutschland. Immerhin werden mehr als 90 Prozent aller Orders über das XETRA-System abgewickelt.

Viele Marktteilnehmer waren genervt und auf Twitter und anderen sozialen Kanälen war der Unmut deutlich zu lesen. Dies änderte jedoch nichts an der Situation, da ohne XETRA-Kursen sehr viele andere Handelsplätze und vor allem Broker keinen Richtwert für ihre Kursnotierungen hatten. Es entstand sozusagen im DAX-Bereich eine Art „Flatline“ im Chartbild. Auf der DAX-Tafel selbst sah dies am Ende wie folgt aus:

Historische Flatline im DAX
Historische Flatline im DAX

Mit dem Start Wall Street konnte das technische Problem jedoch gelöst und ein weiteres Verlaufshoch bei 10.820 Punkten im DAX erreicht werden. Der Schlusskurs lag dann wieder auf dem Niveau, welches kurz vor dem Ausfall der Technik Einzug gehalten hatte.

Als Tageschart ist daher aus meinem Metatrader ebenfalls nur ein „verschobenes“ Abbild sichtbar, auf dem man die Tagesschwankung jedoch ganz gut sehen kann:

Blick auf Dienstags-Bewegung im DAX
Blick auf Dienstags-Bewegung im DAX

Damit lässt sich der Tag wie folgt umrahmen:

Eröffnung 10.733,97PKT
Tageshoch 10.820,17PKT
Tagestief 10.658,96PKT
Vortageskurs 10.564,74PKT

Es bleibt ein GAP zurück, welches vor Ostern entstanden ist und uns womöglich heute beschäftigt:

GAP im DAX vor Ostern
GAP im DAX vor Ostern

Aus den USA kam keine große Unterstützung. Zwar stiegen hier die Kurse teilweise deutlich an (Tesla mehr als 25%) doch die ersten Ergebnisse im Rahmen der Quartalssaison zeigen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus bereits deutlich auf.

So schmolzen nach Jahren mit Rekordgewinnen die Gewinn von Amerikas größter Bank JP Morgan Chase im ersten Quartal um 69 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar zusammen. Ebenfalls starke Rückschläge verzeichnete Wells Fargo, das Kreditinstitut mit den meisten kleinen und mittelständischen Unternehmenskunden aus den USA. Hier fiel der Gewinn im ersten Quartal 2020 um 89 Prozent auf 653 Millionen Dollar.

Auf die weiteren Quartalszahlen darf man somit gespannt sein.

Ausblick auf den Mittwoch-Handel

Das große Chartbild hat sich durch den „kurzen“ Handelstag wenig verändert. Wir notieren unter einem weiteren GAP bis circa 11.100 Punkten und schieben uns förmlich in der Widerstandszone an diesen Bereich heran:

Stundenchart im DAX mit Widerstand
Stundenchart im DAX mit Widerstand

Dabei ist übergeordnet zwar ein Aufwärtstrend zu sehen, doch von diesem sind wir bereits weit entfernt. Kein Wunder bei 3 GAPs in kurzer Abfolge.

Genau darauf achte ich nun im Mittwoch-Handel – auf kurzfristige Schwäche-Signale in Richtung dieser GAPs.

In erster Linie muss jedoch hier ein Ausbruch aus der primären Handelsrange von gestern und heute Nacht erfolgen. Die Begrenzungen ziehe ich entsprechend der blauen Box bei 10.760 auf der Oberseite und 10.650 auf der Unterseite ein:

Erste Signale für Mittwoch im DAX
Erste Signale für Mittwoch im DAX

Im größeren Chartbild ist die 10.590 hier das nächste Ziel (Zwei Tage Hochpunkte) auf der Unterseite und mit Momentum ggf. auch die 10.470 als Hochpunkt aus dem Handel vom 08. April:

Momentum im DAX abgeschwächt
Momentum im DAX abgeschwächt

Maßgeblich für entsprechende Impulse dürften der weitere Verlauf der US-Quartalssaison und die folgenden Wirtschaftsdaten sein.

Wirtschaftstermine am 15.04.2020

Am Mittwoch geht der ökonomische Blick erneut nur nach Amerika. Hier stehen um 14.30 Uhr die US-Einzelhandelsumsätze und der NY Empire-State-Produktionsindex an.

Um 15.15 Uhr kurz vor der Wall Street Eröffnung sind zudem die Industrieproduktion und die US-Kapazitätsauslastung zwei wichtige Kennzahlen, welche die Märkte beeinflussen könnten.

Das Beige Book der US-Notenbank FED rundet schließlich den Zahlenreigen entsprechend ab.

Kommen Sie gut in den heute hoffentlich störungsfreien Handelstag.

Viel Erfolg wünscht hierbei Andreas Bernstein (Bernecker1977)

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Analyse geschrieben von Marcus Klebe, Marktanalyst für JFD – Just FAIR and DIRECT

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